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Was für eine Krankheit ist das eigentlich?
Meist wird Diabetes zufällig bei einer Routineuntersuchung beim Arzt festgestellt. Da es eine Krankheit (Typ2-Diabetes) ist, die sich schleichend über viele Jahre hinweg entwickelt, gibt es eine ganze Reihe von "Alarmzeichen", die darauf hindeuten, dass etwas nicht in Ordnung ist:
Alarmzeichen:
- Häufiger Harndrang
- Großer Durst
- Abgeschlagenheit, Müdigkeit
- Anfälligkeit für Infektionen
- Schlecht heilende Wunden
Allerdings treten diese Anzeichen selten gleichzeitig auf. Beim Diabetes ist der Zuckergehalt im Blut ("Blutzuckerspiegel") zu hoch.
Was heißt zu hoch? Der Arzt stellt die Diagnose "Diabetes" nur dann, wenn
- der Blutzucker an mindestens 2 Tagen vor dem Frühstück über 110 mg/dl liegt
oder
- zwei Stunden nach dem Verzehr von 75g Traubenzucker noch über 180 mg/dl beträgt.
Zum Vergleich: "Normale" Blutzuckerwerte:
| nüchtern: |
60 - 110 mg/dl |
| nach dem Essen: |
max. 140 mg/dl |
Diabetes = Insulinmangel Zucker (Glucose) ist einer der wichtigsten Energielieferanten für uns. Die Glucose wird aus der Nahrung gewonnen, dann über das Blut an die einzelnen Zellen des menschlichen Körpers verteilt und dort verbrannt. Die Glucose kann allerdings nicht einfach so und ganz direkt in die Zellen gelangen. Es wird dafür ein Schlüssel benötigt, der die Zellen gewissermaßen erst für die Glucose aufschließt. Dieser Schlüssel ist das Insulin. Insulin ist ein Hormon, das der Körper in der Bauchspeicheldrüse herstellt. Er stellt es normalerweise immer dann zur Verfügung, wenn Glucose da ist, die einen Schlüssel zu den Zellen braucht. Beim Diabetiker kann
- entweder die Bauchspeicheldrüse kein Insulin herstellen (bzw. sie stellt zu wenig davon her) => Typ1-Diabetes
- oder die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, es ist aber nicht ausreichend wirksam => Typ2-Diabetes
Typ1-Diabetiker müssen von Anfang an Insulin spritzen, - es gibt keine Tabletten wie für Typ2-Diabetiker.
Was passiert bei Insulinmangel? Wenn der Schlüssel Insulin fehlt, also die Glucose nicht in die Zellen gelangen kann, steigt der Glucosegehalt im Blut. Bei höheren Blutzuckerwerten (über 160 mg/dl) wird der Zucker im Urin ausgeschieden (Zucker im Urin mit Testreifen messbar!). Erhöhte Blutzuckerwerte sind also die direkte Folge des Insulinmangels.
Was passiert, wenn Diabetes nicht oder nicht ausreichend behandelt wird? Ein zu hoher Blutzuckerspiegel bringt den Energiehaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind:
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Manchmal plötzlicher Gewichtsverlust
- Häufiger Harndrang
- Übermäßiger Durst
Der zu hohe Blutzuckerwert schädigt auch die großen und kleinen Blutgefäße. Die Folge sind Durchblutungsstörungen. Alle Folgeerkrankungen des Diabetes lassen sich auf Durchblutungsstörungen zurückführen.
- Bei den Augen:
=> Durchblutungsstörungen in der Netzhaut -> Sehstörungen bis zur Erblindung Daher 1x im Jahr zum Augenarzt!
- An den Nieren:
=> Durchblutungsstörungen der Nieren beeinträchtigen die Nierenfunktion bis zum völligen Versagen des Organs. Ausscheidung von Eiweiß im Urin ist eines der ersten Warnzeichen für eine beginnende Schädigung der Nieren (Mikroalbumie)! => Wenn die Nierenfunktion gestört ist, wird der Blutdruck zu hoch.
- Auch die Nerven werden durch einen zu hohen Blutzuckerwert geschädigt.
Folgen: Gefühlsstörungen, Fehlempfinden, brennende Schmerzen (v.a. an den Füßen) Insgesamt: vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden.
Diabetes und Blutdruck Die oberen Grenzwerte des Blutdruckes betragen beim Erwachsenen 140/90 mmHg. Hoher Blutdruck führt nicht nur zur Schädigung der Niere, sondern ist ein Risikofaktor, der zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen kann.
Zusammengefasst: Folgeerkrankungen des Diabetes:
- Augenschäden bis hin zur Erblindung
- Nierenschädigung bis zum Ausfall des Organs
- Nervenschädigungen
- Fußverletzungen und Fußentzündungen, die sogar Amputationen notwendig machen können
- Bluthochdruck mit dem Risiko zahlreicher Folgen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall
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